Silvesterbesuche: Schwierige Situation vor Ort

Veröffentlicht am 09.01.2015 in Presse

Der Rettungsdienst in der Region bleibt weiterhin in der Verantwortung des Rotkreuz-Verbands. In Waldsassen spielt aber künftig die ehrenamtliche Arbeit eine immer größere Rolle. 
Deutlich geworden ist dies beim traditionellen Besuch von MdB Uli Grötsch zusammen mit MdL Annette Karl sowie SPD-Kreis- und Stadtratsmitgliedern an Silvester in der Rettungswache. „Wir wollen uns weiter dafür stark machen, dass es im grenzüberschreitenden Rettungswesen genauso problemlos funktioniert wie es bei der Polizei und Feuerwehr geschieht“, sagte Landtagsabgeordnete Karl. In der Rettungswache empfingen die beiden diensthabenden ehrenamtlichen Rettungskräfte Raimund Köstler als kommissarischer Leiter sowie Christian Hofmann die Gäste.

Die beiden Rettungssanitäter freuten sich zwar über den Besuch der Gäste. Ihre Stimmung war aber getrübt angesichts der Situation vor Ort. Köstler sprach die finanzielle Seite des freiwilligen Rettungsdienstes an. „Die ärztliche Versorgung ist immer ein Thema“, sagte Grötsch, auch Verbandsrat im Rettungszweckverband. Die ehrenamtlichen Helfer würden auch in Zukunft im Rettungsverband eine wichtige Rolle spielen. Zusammen mit der Feuerwehr werde hier eine sehr wichtige Aufgabe von freiwilligen Kräften bewältigt, sagte Grötsch und überreichte ein Geschenk. MdL Karl schloss sich den Dankesworten von Uli Grötsch an.
Die ehrenamtlichen Helfer im Rettungsdienst hätten ein sehr hohes Ausbildungsniveau und dies gebe der Bevölkerung auch Sicherheit. Die Rettungswachen seien wichtiger Bestandteil für das eigene Sicherheitsgefühl und für die Lebensbedingungen, die die Menschen allgemein anstrebten, sagte Karl. Was die ärztliche Versorgung betreffe, so dürfe es keinen Unterschied zwischen Stadt und Land geben. Auch nach strukturellen Verschiebungen müssten der notärztliche Dienst und der Rettungsdienst allgemein weiter gewährleistet sein. Beim grenzüberschreitenden Rettungsdienst müsse von oberster Stelle her etwas geschehen.
Nicht akzeptabel
Dass Patienten am Grenzübergang von einem auf das andere Rettungsfahrzeug umgeladen werden, sei kein akzeptabler Zustand. Dies habe Ministerpräsident Seehofer auch in Prag angesprochen.

Sitzungsgeld für BRK-Bereitschaft
„Die Rettungswache ist weg, schnelle Hilfe ist weg“, sagte der örtliche Bereitschaftsleiter
Helmut Zeitler über die künftige Situation in Waldsassen. Eine Organisation wie die „Helfer vor Ort“ in Mitterteich funktioniere auf rein ehrenamtlicher Basis. Finanzieren müssten dies die BRK-Ortsgemeinschaften selbst. „Wir sind dann gezwungen, alles selber zu stemmen“, sagte Zeitler. Autos etwa müssten den Betriebssystemen der Rettungsfahrzeuge angepasst werden. Helfer müssten persönliches Engagement sowie Dienstkleidung und Fortbildungen selber finanzieren. „Wir brachen viele breite Schultern, die dies mit tragen.“ Robert Christ erinnerte an die Anhebung des Sitzungsgeldes für Stadträte durch die Mehrheitsfraktion – die SPD-Fraktion habe dies für nicht notwendig empfunden und dagegen gestimmt. 
Christ sprach sich dafür aus, dass die SPD-Mitglieder dieses Geld der Rotkreuz-Bereitschaft zur Verfügung stellen und fand sofort Zustimmung. MdB Grötsch wie auch MdL Karl versprachen, sich weiter für die Belange des Rettungswesens stark zu machen. Kreisrat Rainer Fischer sowie die Stadtratsfraktion schlossen sich an. Zeitler stellte den Gästen die erste Azubi zur „Notfall-Sanitäterin“ vor.

Zum Bild: Beim Silvesterbesuch von MdL Annette Karl und MdB Uli Grötsch waren auch Vertreter der SPD Stadt- und Kreistagsfraktionen dabei. Von links Helmut Plommer, Christian Hofmann, Raimund Köstler, Katharina Bergmann (RK-Azubi), MdL Annette Karl, MdB Uli Grötsch, Robert Christ, Johannes Schuster, Helmut Zeitler, Monika Gerl, Rainer Fischer und Elmar Brandl.

Text und Bild: kgg für Der Neue Tag

 

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